|
Musikverein Waldmohr
...... bewegte Vergangenheit
Schon
im vorigen Jahrhundert fanden sich in Waldmohr Gruppen zusammen, die
musizierten.
Durch
eine Veröffentlichung des Pfälzischen Musikverbandspräsidenten in
der Zeitung "Die Rheinpfalz" vom 12. Januar 1973 wurde
offenbar, daß bereits vor 1830 in Waldmohr ein Musikverein bestanden
hat.
Zum
4. Pfälzischen Musikfest im Januar 1830 in Speyer hatte der
Musikverein Waldmohr den Friedensrichter Meuth als Delegierten
entsandt. Es ist dies eine Tatsache, die bisher in Waldmohr relativ
unbekannt war.
Im
Laufe der Jahre bildeten sich einige Kapellen mit Bläsern und
Streichern. Im Jahre 1912 wird in Waldmohr erstmals eine
B-Kapelle genannt, die ihren Namen von den Familiennamen ihrer
Aktiven - Blinn, Bächle, Blum und Böttler -
ableitete.
Am
8. Oktober 1922 wurde im Saale der Wirtschaft Blum (heute
"Alte Dorfschänke") von sieben Musikbeflissenen, die bis
dahin ihr musikalisches Können den Einwohnern von Waldmohr unter dem
Namen "Musikverein Lyra" vermittelten, die Auflösung eben
dieses Musikvereines beschlossen. Durch die Geldentwertung war man
nicht in der Lage die Mittel für die Notenbeschaffung aufzubringen.

Die
Gründer des Musikverein Waldmohr - hier die Aktiven
stehend:
Blum Otto, Blum Fritz, Guth Fritz, Marx Berthold, Bauer Adam, Blum
Karl V., Frenger Adolf.
sitzend:
Marx Erwin, Frau von Boden, Blum Oskar.
Dies
war die Geburtsstunde des heutigen Musikvereins Waldmohr!
Noch
am gleichen Abend traten 28 anwesende Personen dem neugegründeten Musikverein
Waldmohr e.V. als Mitglieder bei.Kurz darauf meldeten sich
anlässlich des 1.Werbekonzertes 81 neue Mitglieder an. 1924 zählte
der Verein über 200 Mitglieder!
Bedauerlich
war die im Februar 1927 erfolgte Trennung des Orchesters und die
daraus entstandene Gründung eines Konkurrenzvereines, des Vereins
für Gesellige Unterhaltung.

Doch
der Musikverein ging unentwegt seinen erfolgreichen Weg in der
Öffentlichkeit weiter. So bildete sich in den 30er Jahren innerhalb
des Musikvereins der Zitherclub, unter der Leitung von Fritz
Neuhäusel.
Als
der Verein nach dem 2. Weltkrieg wieder aktiv wurde, waren 140
Mitglieder verblieben. Das Orchester, das sich zu einem Salonorchester
herangebildet hatte, nahm seine kulturelle Tätigkeit in verstärktem
Maße wieder auf.
Neben
den Familienabenden und Mitgliederkonzerten, gab der Verein viele
öffentliche Konzerte.
Dirigent
war seit der Gründung des Musikvereines im Oktober 1922 bis zum 20.
November 1925 Otto Blum.
Dann
übernahm Robert Blum die Führung des Orchesters, bis er im Oktober
1971 nach 46jähriger ununterbrochener Dirigententätigkeit,
aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab an Werner Kiefer
übergab!

Die
1970 gegründete Harmonika-Vereinigung unter der Leitung von Waldemar
Ganther, wurde 1972 als Akkordeon-Orchester dem Musikverein
angegliedert.

Akkordeon-Orchester 1975
1982
wurde in einer Konzertveranstaltung das 10jährige Bestehen des
Akkordeon-Orchesters gefeiert.


Waldemar
Ganther leitete das Orchester bis zu seiner Auflösung im Jahre 1999.

Im
Jahre 1981 wechselte die Orchesterleitung von Werner Kiefer auf Harald
Frego.
Ein
neuer Sound, durch die jungen Musiker inspiriert, hielt Einzug. Aus
dem ehemaligen gemischten Orchester wurde eine Big-Band.
Die
Herbstkonzerte des Musikvereins Ende der 80er Jahre waren große
Erfolge und können als Meilensteine im kulturellen Leben von Waldmohr
gewertet werden.
Anfang
der 90er Jahre begann eine schwierige Zeit für den Verein.
Durch
den beruflich bedingten Wegzug mehrerer junger Leistungsträger
mußte die Big-Band ihre Aktivitäten 1993 leider einstellen.
Auf
Initiative einiger Musiker, die sich der traditionellen Blas- und
Unterhaltungsmusik verschrieben hatten, bildete sich bereits 1992 ein
Blasorchester, das unter der Leitung von Waldemar Ganther mit nur 25
Musikern eine äußerst positive Entwicklung genommen hat. Die
Besucher des alljährlichen Marktplatzfestes konnten sich von der
Qualität des Orchesters schon mehrfach überzeugen.

Nachdem
zahlreiche Musiker aus Altersgründen ausschieden, mußte der
Spielbetrieb im Jahr 2000 eingestellt werden. Der Musikverein ist seit
diesem Zeitpunkt ohne Hauptorchester!

Zur
Ausbildung von Nachwuchs gründete der Verein 1998 ein
Jugendblasorchester unter der Leitung von Rudi Huber. Zu Beginn
musizierten 10 Jugendliche, die ihren ersten öffentlichen Auftritt
am Marktplatzfest im gleichen Jahr hatten. 1999 übernahm Martin
Fries die Leitung des Jugendorchesters.
Dieses
zählt heute 13 junge Musiker- und Musikerinnen, die moderne Blasmusik
spielen.
Der
Musikverein wird weiterhin große Anstrengungen unternehmen, das
kulturelle Leben in unserer Gemeinde zu fördern. Leider fehlt es
schon seit einigen Jahren am Nachwuchs, obwohl kompetenter
Musikunterricht geboten wird.
Saxophon-Quartett
Schon seit einiger Zeit schwebte unserem Vorstand und leidenschaftlichem
Saxophonisten Michael Fries eine alternative Bläserformation vor,
welche in der Region eher Seltenheitswert genießt. Diese Vorstellung
realisierte sich dann mit der Gründung unseres Saxophon-Quartetts im
Frühjahr 2003.
Am Anfang bestand das Quartett aus zwei Alt- und zwei Tenorsaxophonen in
der Besetzung Michael Fries (Alt), Alexander Schreck (Alt), Martin
Fries (Tenor) sowie Fabian Bauer (Tenor). Die erste Zeit war der
Entwicklung des Zusammenspiels und dem Aufbau eines Repertoires
gewidmet. Im Laufe dieser Entwicklung ergaben sich Veränderungen in
der Besetzung, sowohl in Bezug auf die Personen als auch die
Instrumente. Das Quartett setzt sich heute zusammen aus Michael Fries
(Sopran/Alt), Alexander Schreck (Alt), Matthias Ganz (Tenor) und
Martin Fries (Bariton).
Auch das Repertoire wurde weiterentwickelt: Es deckt eine große
Bandbreite verschiedener Stilrichtungen ab, angefangen bei
Volksliedern und klassischen Stücken über Arrangements bekannter
Melodien aus Pop, Rock und Musical bis hin zu anspruchsvollen
Jazzkompositionen.
Das Saxophon-Quartett bestreitet Auftritte zu verschiedenen Anlässen in
der Region, unter anderem auf Weihnachtmärkten und Festen im Kreis.

Marktplatzfest 2005
von links: Michael Fries, Alexander Schreck,
Markus Kettenbaum, Martin Fries
|